
Marco Adler
Was die Tätigkeit als Sektions- und Präparationsassistent umfasst, auf welche Fähigkeiten es dabei ankommt und warum er seinen Job niemals eintauschen würde, verrät Marco Adler im Interview.
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Mögen Sie sich kurz vorstellen? In welchem Arbeitsbereich sind Sie tätig?
Ich bin Marco Adler und bin Sektions- und Präparationsassistent.
Wie sind Sie auf den Beruf des Medizinischen Sektions- und Präparationsassistenten gekommen?
Ehrlich gesagt wusste ich anfangs gar nicht, dass es einen solchen Beruf gibt. Nur durch die Unterstützung eines damaligen Kollegen erfuhr ich von dieser Tätigkeit und das Interesse war geweckt. Als ehemaliger Rettungssanitäter fuhr ich oft das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg an. Schon da gefiel mir der freundliche Umgang untereinander und miteinander.
Wie groß ist das Team und was schätzten Sie besonders am Team?
Wir sind zwei Kollegen. Wir arbeiten Hand in Hand zusammen, vertrauen uns blind und halten uns immer auf dem neuesten Stand.
Viele Menschen wissen nicht genau, was in der Pathologie passiert. Können Sie kurz erklären, was Ihre Arbeit ausmacht?
Wir sammeln die OP- und Endoskopieproben täglich ein, dokumentieren und versenden sie. Wir pflegen die pathologischen Begutachtungen in die elektronische Patientenakte ein.
Wir sind verantwortlich für die Vorbereitung der Schnellschnittdiagnostik. Die Gewebeprobe bekommen wir direkt aus dem OP und frieren sie bis -18 Grad ein. Diese wird dann innerhalb von 15 Minuten untersucht und der Pathologe beurteilt das Gewebe mikroskopisch. Anschließend wird dem Chirurgen das Ergebnis mitgeteilt, während der Patient noch in Narkose auf dem OP-Tisch liegt.
Diese Untersuchungen sind entscheidend für den weiteren Verlauf der Operation. Ist der Tumor gut- oder bösartig? Sind die Resektionsränder tumorfrei? Sie helfen dem Chirurgen zu bestimmen, ob:
- Mehr Gewebe entfernt werden muss
- Die Operation beendet oder erweitert werden soll
Und wir unterstützen als Assistenz bei einer Sektion und Obduktion.
Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sollte man für Ihren Beruf mitbringen?
Präzision, Geduld und Geschick sind essenziell. Aber auch Empathie spielt eine große Rolle, vor allem bei der Abschiednahme mit Angehörigen. Ich versuche mich bestmöglich auf die Bedürfnisse der Angehörigen einzulassen und sie mit einem angenehmen und guten Gefühl zu begleiten. Das ist mir besonders wichtig.
Wie eng arbeiten Sie mit anderen Abteilungen im Klinikum zusammen?
Wir tauschen uns regelmäßig mit unseren Chefärzten, Assistenzärzten, Pflegekräften und unserem Klinikpastor aus. Die Expertise verschiedener Fachrichtungen ist gefragt, damit alle relevanten Perspektiven in unsere Arbeit einfließen.
Gibt es ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Jede einzelne Abschiednahme bleibt im Kopf, aber auch jede einzelne Sektion.
Was macht das Immanuel Klinikum Bernau für Sie zu einem besonderen Arbeitsplatz?
Als Universitätsklinikum der MHB bietet jede Sektion eine einzigartige Gelegenheit für Ärzte, Pflegekräfte, Studierende und Auszubildende, aktiv mitzuwirken. Wir vermitteln dabei nicht nur Wissen über Anatomie, sondern zeigen und erklären alle Abläufe direkt in der Praxis. Diese Verbindung von Lehre und Arbeit macht meinen Beruf besonders erfüllend – ein Job, den ich niemals eintauschen würde.
Was hilft Ihnen, nach der Arbeit abzuschalten?
Als stolzer Papa von zwei Mädchen sind meine Kinder meine Kraftgeber und Alltagsbezwinger.