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Krankenhausreform in Brandenburg: Jetzt entscheidet sich, ob sie wirklich funktioniert
Der Verbund der christlichen Kliniken Brandenburg fordert ausreichende Finanzierung, gesicherte ländliche Versorgung und mehr Planungssicherheit für die Umsetzung der Krankenhausreform.
Ein Jahr nach Einführung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) steht die Mehrheit der Kliniken in Deutschland wirtschaftlich stark unter Druck. Der Verbund christlicher Kliniken Brandenburg (VcKB) hält die Ziele der Reform zwar grundsätzlich für richtig. Vertreter*innen forderten auf einer Pressekonferenz im Landtag Potsdam am 23. März aber eine ausreichende Finanzierung für die Umstellung der Strukturen, eine gesicherte Versorgung im ländlichen Raum sowie mehr Planungssicherheit.
Verena Plocher, Geschäftsführerin des Immanuel Klinikums Bernau Herzzentrum Brandenburg, stellte fest: „Die Gesundheitsversorgung von morgen braucht Verlässlichkeit, Kooperation und eine Reform, die im Alltag auch trägt.“ Gleichzeitig warnte sie vor der aktuellen Situation: „Wir erleben gerade, dass viele Häuser in eine schwierige Phase geraten, bevor die neuen Strukturen überhaupt greifen.“
Gemeinsam mit Alexianer-Regionalgeschäftsführer Alexander Mommert und dem Kaufmännischen Vorstand des Diakonissenhauses Teltow, Prof. h.c. Hans-Ulrich Schmidt, stellte Verena Plocher auf dem Podium fest, dass die Krankenhäuser in der Übergangsphase bis zur Umsetzung des KHVVG und des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) mehr Klarheit und Verlässlichkeit brauchen.
Plocher betonte, dass die christlichen Kliniken in Brandenburg den Zielen des KHVVG und des KHAG ausdrücklich offen gegenüberstünden: mehr Qualität, klare Leistungsstrukturen und eine stärkere Spezialisierung. Aber entscheidend sei, dass die Umsetzung zur Realität eines Flächenlandes wie Brandenburg passe. „Viele dieser Vorgaben lassen sich realistisch nur gemeinsam im Verbund erfüllen.“
Am Beispiel des Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg machte sie deutlich, dass die Krankenhäuser bereits im Sinne der Reform arbeiten: „Wir haben früh angefangen, uns zu spezialisieren und zu vernetzen – genau das ist jetzt entscheidend“, sagte Plocher.
Ganz konkret heißt das:
- ein neues Ambulantes OP-Zentrum in Bernau
- ein telemedizinisches Zentrum für kardiologische Patientinnen und Patienten
- enge Kooperationen in der Region und über Sektorengrenzen hinweg
- gemeinsame Aus- und Weiterbildung im Verbund der Medizinischen Hochschule Brandenburg
„Als Universitätsklinikum im Verbund bilden wir jedes Jahr über 100 Ärztinnen und Ärzte aus. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Versorgung der Zukunft“, so Plocher.
Das Herzzentrum arbeitet bereits mit über 20 kardiologischen Fachabteilungen zusammen. Für Plocher ein zentraler Punkt: „Diese Netzwerke bestehen längst – sie müssen im System stärker berücksichtigt werden.“
Auch die Rolle konfessioneller Kliniken hob Plocher hervor: „Wir sind stabile Partner in den Regionen. Das Geld, das wir erwirtschaften, fließt direkt zurück in die Versorgung.“
Fazit: „Die Reform ist eine Chance“, sagte Plocher. „Aber sie wird nur funktionieren, wenn sie die Realität vor Ort abbildet – und die Transformation auch finanziell abgesichert ist.“
Prof. Schmidt unterstrich, dass die Sicherstellung der medizinische Versorgung der Menschen auch „demokratiesichernd“ sei.
Zum VcKB gehören 15 Partnerkliniken mit 5.500 Mitarbeitenden. Sie versorgen jährlich 185.000 Patientinnen und Patienten stationär und ambulant. Die Immanuel Albertinen Diakonie ist mit der Immanuel Klinik Rüdersdorf und dem Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg im christlichen Klinikverbund vertreten.



