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11.09.2020

Immanuel Klinikum Bernau: Höchste Sicherheitsmaßnahmen nach Entdeckung eines multiresistenten Erregers bei mehreren Patienten

Das Klinikum hat das Gesundheitsamt unverzüglich informiert und in enger Abstimmung mit dem Amt sofort besonders strenge Hygiene- und Isolationsmaßnahmen sowie weitere Ursachenabklärung eingeleitet.

Auf der Intensivstation-1 des Immanuel Klinikums Bernau Herzzentrum Brandenburg ist bei mehreren Patienten ein multiresistenter Erreger (Klebsiella pneumoniae 4-MRGN) nachgewiesen worden. Diese sogenannten gramnegativen Darmbakterien sind resistent gegen 4 wichtige Antibiotika-Klassen. Das Klinikum hat das Gesundheitsamt unverzüglich informiert und in enger Abstimmung mit dem Amt sofort besonders strenge Hygiene- und Isolationsmaßnahmen sowie weitere Ursachenabklärung eingeleitet.

Krankenhaushygieniker Dr. med. Michael Zänker:
„Üblicherweise werden in unserem Klinikum pro Jahr nur wenige einzelne Patienten behandelt, die solche 4-MRGN-Erreger bereits in sich tragen oder mit diesen infiziert sind. Bei typischen Risikopatienten wird nach solchen Erregern gezielt gesucht und deren Nachweis wird gesetzlich geregelt dem Gesundheitsamt gemeldet. So konnten wir die aktuelle Häufung der Fälle sehr schnell feststellen.“

Jetzt ist bei insgesamt sieben Patienten in kürzestem Zeitraum der gleiche Erreger „Klebsiella pneumoniae“ 4-MRGN nachgewiesen worden, ein weiterer Fall ist in Abklärung. Vier Patienten weisen eine alleinige Besiedelung mit dem Erreger auf und sind nicht infiziert. Zwei dieser Patienten konnten bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Drei Patienten sind mit dem Erreger infiziert, davon konnte ein Patient ebenfalls bereits entlassen werden. Die zwei anderen werden mit Reserveantibiotika behandelt und sind klinisch stabil.

Erste Hinweise auf ein mögliches Ausbruchsgeschehen gab es am 2. September, hier wurde das Gesundheitsamt bereits vorsorglich informiert; ebenfalls wurden vorsorglich erste Maßnahmen eingeleitet. Der Ausbruch bestätigte sich nach Vorliegen der Testergebnisse am 6. September. Am 8. September erfolgte eine Begehung durch das Gesundheitsamt mit Prüfung bisheriger Maßnahmen und einer Abstimmung des weiteren Vorgehens.

Maßnahmen

Die betroffenen Patienten werden streng isoliert und von eigenen ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitenden betreut. Sämtliche bei den betroffenen Patienten verwendeten diagnostischen Geräte wurden intensiv untersucht, zusätzlich gereinigt und desinfiziert, damit Übertragungsquellen ausgeschlossen sind. Das Klinikum hat zudem alle auf der Intensivstation behandelten Patienten getestet und Proben im gesamten Bereich der Intensivstation entnommen.

Derzeit laufen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt weitere umfangreiche Maßnahmen, um mögliche Infektionswege abzuklären.

Die Krankenhaushygiene hat zudem sofort Kontakt zum Nationalen Referenzzentrum in Bochum aufgenommen. Dort können ein genauer Resistenztyp und Optionen der Behandlung mit Reserve-Antibiotika bestimmt werden.

Auf der betroffenen Intensivstation werden bis auf Weiteres keine neuen Patienten aufgenommen. Die Neuaufnahme von intensivmedizinisch behandlungspflichtigen Patienten in der Klinik wurde vorübergehend ab dem vergangenen Wochenende gestoppt. Das OP-Programm im Haus wurde daher zunächst drastisch reduziert.

Die Intensivstation-2 im Neubau ist von dem Ausbruchsgeschehen nicht betroffen. Das haben umfangreiche Testungen bestätigt. Deshalb können dort seit dem 10. September wieder intensivpflichtige Neupatienten aufgenommen werden. Ebenfalls kann die OP-Kapazität wieder erhöht werden.

Alle übrigen Fachabteilungen und Stationen, insbesondere auch Gynäkologie, Geburtshilfe und Kreißsäle, sind ebenfalls nicht betroffen und behandeln Patienten regelhaft weiter.

Geschäftsführer Andreas Linke: „Das Wohlergehen unserer Patienten ist unsere oberste Priorität. Als Klinikum haben wir deshalb unverzüglich alle Maßnahmen zur Sicherheit der Patienten getroffen und umfassende Untersuchungen zur Aufklärung der Situation veranlasst.“

Ansprechperson Presse

Dr. Jenny Jörgensen
Kommunikationsmanagerin Presse
Immanuel Albertinen Diakonie
Geschäftsstelle Berlin
Am Kleinen Wannsee 5 A
14109 Berlin
T: 030 80 505-843
M: 0173 2810 906
jenny.joergensen@immanuelalbertinen.de

Basisinformationen

Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg
Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg ist als Hochschulklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane ein Krankenhaus der Grundversorgung (Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie und Chirurgie) und Fachkrankenhaus für Herzmedizin. Insgesamt werden jährlich über 12.000 Patienten stationär und ca. 18.000 Patienten ambulant versorgt.

Das Herzzentrum Brandenburg zählt mit ca. 1.500 Herzoperationen und über 6.400 Behandlungen in vier Herzkatheterlaboren, wovon eines als Hybrid-Katheterlabor ausgelegt ist, und sechs Operationssälen, einer davon ein hochmoderner Hybrid-OP, zu den führenden Einrichtungen in Deutschland. Die Patienten aus der Metropolregion Berlin sowie dem In- und Ausland können in der medizinischen und pflegerischen Betreuung auf einen Erfahrungsschatz seit 1992 vertrauen.

Weitere Informationen:
https://bernau.immanuel.de
https://herzzentrum.immanuel.de
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Immanuel Albertinen Diakonie
Die Immanuel Albertinen Diakonie ist im Januar 2019 aus dem Zusammenschluss vom Albertinen Diakoniewerk und der Immanuel Diakonie hervorgegangen und steht für gebündelte Kompetenz für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen.

Dazu dienen Einrichtungen der stationären Krankenhausversorgung, der Altenhilfe, Hospize sowie Medizinische Versorgungszentren. Hinzu kommen die Betreuung von Menschen mit Behinderungen, Angebote unter anderem in der Suchtkrankenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und der psychosozialen Beratung. Eine hoch spezialisierte Akademie für Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Trägerschaft für eine themenverbundene Hochschulausbildung sowie Dienstleistungsgesellschaften runden das Angebot ab.

Mehr als 7.000 Mitarbeitende in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen erwirtschaften in 87 Einrichtungen einen Konzernumsatz von rund 630 Millionen Euro.

Weitere Informationen:
https://immanuelalbertinen.de
https://www.albertinen.de
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