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01.10.2013

Prüfen, Rufen, Drücken – Jeder kann Leben retten

Ärzte des Immanuel Klinikums Bernau Herzzentrum Brandenburg schulen Gymnasiasten in Wiederbelebung.
Immanuel Klinikum Bernau - Presse - Prüfen, Rufen, Drücken Teaser

Schon ganz fit in Sachen Wiederbelebung.

(cov.) Fünf Minuten sind nicht viel im Leben eines Menschen. In nur fünf Minuten kann sich aber entscheiden, ob sein Leben abrupt endet oder weitergeht. Etwa bei einem plötzlichen Herzstillstand. Wird dann nicht innerhalb dieser Zeit eine Herzdruckmassage durchgeführt, ist ein Überleben für den Betroffenen unwahrscheinlich. Wird aber sofort mit der Wiederbelebung begonnen, verdoppelt bis verdreifacht sich seine Überlebenschance.

Doch so schnell ist in den seltensten Fällen ein Arzt oder Rettungssanitäter zur Stelle. Also Pech gehabt, wenn man plötzlich nach einer Herzattacke umfällt? Das passiert im Übrigen in 70 Prozent der Fälle zu Hause. Dabei ist Hilfe oft möglich. „Erste lebensrettende Maßnahmen können auch geschulte Laien vornehmen“, sagt Dr. Georg Fritz, Chefarzt der Abteilung Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg. „Leider trauen sich aber viele Menschen nicht selbst aktiv zu werden, wenn sie einen Bewusstlosen auf der Straße sehen. Sie warten lieber auf den Rettungswagen, anstatt gleich mit einer Herzdruckmassage zu beginnen.“ Das hat zur Folge, dass nur etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben.

Mit schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr ist der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Er trifft vor allem ältere Menschen, aber auch jüngere mit Herzfehlern. Dabei könnten viele Leben gerettet werden, wenn sofort reagiert wird. Grund genug auch für Chefarzt Georg Fritz, etwas zu unternehmen.

In der „Woche der Wiederbelebung“ hat er sich vor kurzem mit dem Leiter des Bernauer Paulus-Praetorius-Gymnasiums, Ingolf Hansch, zum Gespräch getroffen. Thema war „100 Pro Reanimation“, eine Kampagne des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten(BDA) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Deren Ziel ist es, das Bewusstsein für die lebensrettenden Fähigkeiten bei jedem Einzelnen zu schärfen und über die entscheidenden Sofortmaßnahmen zu informieren. Die Zauberwörter dabei sind „Prüfen, Rufen, Drücken.“ Also zunächst Prüfen, ob die bewusstlos zusammengebrochene Person noch reagiert und atmet. Dann unter 112 den Rettungsdienst rufen und anschließend fest, mindestens 100-mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken, bis schließlich ärztliche Hilfe eintrifft.

Doch dieses Verhalten will geübt sein. Schnell waren sich Schulleiter und Chefarzt einig, dass sich das an einem Projekttag gut machen lässt. Auch der Termin steht schon fest. Am 24. Oktober werden Reanimationstrainer des Klinikums – Ärzte und Pflegekräfte – ins benachbarte Gymnasium kommen und dort alle Neuntklässler in „Prüfen, Rufen, Drücken“ schulen. Mitbringen werden sie Anne, die Reanimationspuppe. „Bei jungen Menschen wollen wir anfangen, Ängste abzubauen und sie befähigen, einfache lebensrettende Maßnahmen durchzuführen“, so Dr. Georg Fritz. Im Idealfall können somit an diesem Projekttag etwa 180 Schüler in die Lage versetzt werden, Leben zu retten.

Das ist ein Anfang. Im Frühjahr soll es dann einen Auffrischungskurs geben. „Perspektivisch gesehen könnte ich mir vorstellen, dass nach und nach alle unsere Schüler in Prüfen, Rufen, Drücken und Erster Hilfe ausgebildet werden“, so Ingolf Hansch. Unterstützung vom Klinikum wird ihm da gewiss sein. Eine gute Nachbarschaft gibt es schließlich schon lange. So wird alljährlich der Tag des Herzzentrums im Gymnasium veranstaltet und auch die Bernauer Gesundheitstage werden dort eröffnet. Und wer weiß, vielleicht startet später der eine oder andere Praetorianer ja im benachbarten Klinikum ins Berufsleben. Das Interesse an medizinischen Berufen ist am Gymnasium jedenfalls groß.

Mehr zum Thema Wiederbelebung, ein Film, eine Kurzanleitung fürs Portemonnaie und ein Flyer zum Herunterladen auf www.100-pro-reanimation.de

Ihr fachlicher Ansprechpartner vor Ort:

Chefarzt Dr. G. Fritz

Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Immanuel Klinikum Bernau
Herzzentrum Brandenburg
Ladeburger Straße 17
16321 Bernau bei Berlin
g.fritz@immanuel.de
T. 03338 694-110

Ingolf Hansch

Schulleiter
Paulus-Praetorius-Gymnasium
Lohmühlenstraße 26
16321 Bernau bei Berlin
T. 03338 709-580

Dateien:

PM Bernau Pruefen-Rufen-Druecken 25 09 20131,88 MB
PM: 13-09-25 - Prüfen, Rufen, Drücken – Jeder kann Leben retten1,37 MB
 
 
 

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